Forschung

Forschung & Publikationen

Meine Forschung liegt an der Schnittstelle von Bildungs-, Organisations- und Ungleichheitssoziologie. Aktuell verantworte ich am BIBB das Forschungsprojekt BeFaWei zu den Hürden unterrepräsentierter Beschäftigtengruppen im Zugang zu Weiterbildung. Zuvor stand mein monografisches Dissertationsprojekt zur betrieblichen Weiterbildungsungleichheit im Mittelpunkt; daneben sind mehrere Beiträge zu Künstlicher Intelligenz und Weiterbildungsungleichheit entstanden.

Aktuelles Forschungsprojekt

Zwischen Betrieb und Familie (BeFaWei)

Im Projekt „Zwischen Betrieb und Familie“ untersuche ich in Kooperation mit Marco Seegers, welche Hürden bislang unterrepräsentierte Beschäftigtengruppen beim Zugang zu non-formaler beruflicher Weiterbildung erleben — und wie betriebliche und familiäre Bedingungen dabei zusammenwirken.

Zum Projekt beim BIBB →

Publikationen

2026

Betriebliche Weiterbildungsungleichheit

Die Rolle von Aushandlungspotenzial, Personalstrategien und Feldeinflüssen

Dissertation, Freie Universität Berlin

Angesichts tiefgreifender gesellschaftlicher und technologischer Transformationen ist non-formale berufliche Weiterbildung eine Schlüsselressource für Beschäftigungssicherheit und soziale Teilhabe — doch ihr Zugang ist in Deutschland hochgradig ungleich verteilt. Betriebe nehmen dabei eine doppelte Schlüsselrolle ein: Schon der Zugang zu einem weiterbildenden Betrieb ist sozial selektiv (Barriere 1), und innerhalb der Betriebe sind vor allem Beschäftigte mit einfachem Tätigkeitsniveau benachteiligt (Barriere 2). Warum sie seltener teilnehmen — und unter welchen betrieblichen Bedingungen sich diese Lücke schließt — erklärt die Arbeit mit einem relationalen Ungleichheitsansatz, erweitert um neo-institutionelle und transaktionskostentheoretische Perspektiven. Drei Einflussbereiche werden empirisch greifbar gemacht: das relationale Aushandlungspotenzial der Beschäftigtengruppen, die betrieblichen Personalstrategien und die Feldeinflüsse aus dem organisationalen Umfeld. Auf Basis des BIBB-Qualifizierungspanels (2018–2019, N = 1.960) entsteht eine Typologie von sechs betrieblichen (Un-)Gleichheitsregimen — und die Identifikation zweier gegensätzlicher Wege zu mehr Chancengleichheit: ein proaktiv-investiver und ein reaktiv-umverteilender Pfad.

2026

Schwerpunktkapitel: Künstliche Intelligenz in der Berufsbildung

Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026

Das gemeinsam mit Stefan Winnige verantwortete Schwerpunktkapitel des BIBB-Datenreports bündelt die Befunde zur Verbreitung und Nutzung Künstlicher Intelligenz in der beruflichen Bildung — als Gegenstand, als Werkzeug und als Methode. Einleitung und Zusammenschau verbinden die Einzelbeiträge mit der übergreifenden Frage, wie sich bestehende Ungleichheiten zwischen Beschäftigtengruppen unter dem Einfluss von KI verschieben.

2026

Wie hängen Ungleichheiten bei KI-Nutzung und Weiterbildung zusammen?

Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026, Kap. C6.2

Auf Basis der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024 (N = 15.333) untersucht der Beitrag, wie KI-Nutzung und Weiterbildungsteilnahme nach Anforderungsniveau, Branche und Betriebsgröße verteilt sind und wie beide Ungleichheiten zusammenhängen. KI-Nutzung und Weiterbildung erweisen sich als eng verknüpft — Weiterbildung kann technologiebezogene Ungleichheit jedoch nur dann verringern, wenn sie gezielt KI-relevante Kompetenzen vermittelt.

2026

Verbessert systematisches Kompetenzmanagement die Qualität der betrieblichen Ausbildung?

Ausbilder-Handbuch, 298. Erg.-Lfg. (März 2026), Kap. 3.7.25

Gemeinsam mit Agnes Dietzen geht der Praxisbeitrag der Frage nach, ob ein systematisches Kompetenzmanagement (SKM) die Qualität der betrieblichen Ausbildung verbessert. Auf Basis des BIBB-Qualifizierungspanels werden Verbreitung und Ausprägungen von SKM beschrieben und mit der Ausbildungsqualität sowie der Fachkräftesicherung — Übernahme und Passung — in Beziehung gesetzt. Der Beitrag schließt mit Handlungsempfehlungen für die betriebliche Praxis.

2025

Systematisches Kompetenzmanagement im Betrieb: Konsequenzen für die Weiterbildungsteilnahme geringqualifizierter Beschäftigter

Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis (BWP) 54 (2025), H. 1, S. 18–22

Gemeinsam mit Agnes Dietzen untersucht der Beitrag, wie systematisches betriebliches Kompetenzmanagement die Weiterbildungsteilnahme geringqualifizierter Beschäftigter beeinflusst — und unter welchen Bedingungen formalisierte Personalentwicklung Teilhabe eher fördert oder bestehende Privilegien verfestigt.